Der Tschechoslowakische Wolfhund

Der Tschechoslowakische Wolfhund ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse aus der ehemaligen Tschechoslowakei (FCI-Gruppe 1, Sektion 1, Standard Nr. 332).

Herkunft und Geschichtliches

Idee

Der Tschechoslowakische Wolfhund entstand ab etwa 1955 bei der Idee, den Deutschen Schäferhund zu verbessern. Er sollte den Gegebenheiten in der Tschechoslowakei besser angepasst werden: Diensthund zu sein, in den Höhenlagen der Grenzgebiete, mit viel Schnee und großer Kälte.

Vorgehensweise

Der Biologe Karel Hartl hatte diese Aufgabe übernommen, ohne auch nur auf die Idee zu kommen, eine neue Hunderasse zu schaffen. Zu diesem Zweck verpaarte er mehrfach Karpatenwölfe mit Deutschen Schäferhunden, sowohl Rüden als auch Hündinnen. So entstanden vier Zuchtlinien. Im Vordergrund stand das wissenschaftliche Interesse, wie sich diese Verpaarungen auf Fruchtbarkeit und anatomische Eigenheiten bei der Vererbung auswirkt. Schon bei der ersten Generation ließ sich eine gewisse Erziehbarkeit bei den Mischlingen feststellen. Aber auch das Wolfserbe machte sich durch Scheu, Fluchttendenz und aggressives Verhalten bei Unterschreitung der Fluchtdistanz bemerkbar.

Ausgewählte Wolf-Hund-Hybride (Mischverpaarungen) der ersten Generation wurden weiter mit ausgesuchten Deutschen Schäferhunden aus unterschiedlichen Zuchtlinien verpaart. Die weitere Verpaarungen erfolgten nicht immer konsequent nur mit DSH, sondern auch in Folge mit Wolf-Hundmischlingen der F1-F4-Generation. Zudem erfolgte die letztmalige Wolfseinkreuzung mit dem Wolf Sarik 1982. Das liegt z.Zt. (2008) in etwa 6 … 9 Generationen zurück.

Ab etwa der fünften Generation konnten einige dieser Hunde als Diensthunde bei der Armee eingesetzt werden. Bedingung war, dass sich diese Hunde eng an den Menschen banden, indem sie schon früh auf Menschen sozialisiert wurden. Die meisten anderen waren nicht diensttauglich, da sie gegen Fremde wolfstypisches, scheues Verhalten an den Tag legten. Die Armee hat es aufgegeben, diese Hunde einsetzen zu wollen; sie trat als Auftraggeber der Zucht nicht mehr in Erscheinung. Die Zucht und damit die Weiterentwicklung kam nach 1971 fast zum Erliegen; das ging so weit, dass die Tiere getötet werden sollten und z.T. wurden.

Erst zehn Jahre später, 1982, wurde der Klub für Tschechoslowakische Wolfhunde gegründet, der die Zuchtbemühungen in eigener Regie wieder aufnahm. In Folge wurde die Rasse vom kynologischen Dachverband der ČSSR anerkannt. 1989 erfolgte die vorläufige Anerkennung durch die FCI, 1999 die endgültige. Im Standard wurde u.a. das wolfsähnliche Aussehen und die wolfsähnliche Bewegung aufgenommen.

Beschreibung

Der Tschechoslowakische Wolfhund gleicht einem sehr hochbeinigen wolfsfarbenen Deutschen Schäferhund, stockhaarig mit einem leichten, eleganten Bau. Er wird bis 75 cm groß und 45 kg schwer. Die Ohren sind mittelgroß, stehend.

Tschechoslowakische Wolfhunde bellen nicht gern. Auch nicht auf Kommando. Die Verständigung erfolgt, wie beim Wolf, durch Körpersprache und unterschiedliche Heul-, Jaul- und Brummlaute, meist als Ausdruck der Freude, Unbehagen etc. Es gibt aber auch Ausnahmen, insbesondere, wenn Tschechoslowakische Wolfhunde „ihr“ Revier, „ihr“ Rudel beschützen/verteidigen. Hündinnen werden meist nur einmal im Jahr läufig – ein direktes Wolfserbe. Die Hunde sind gesundheitlich sehr robust.

Wesen

Bei der Entstehung der Rasse wurde wolfstypisches Verhalten gezielt gefördert. Daher ist es bei der Erziehung von Tschechoslowakischen Wolfhunden wichtig, ihn früh auf den Menschen zu sozialisieren und mit Umwelteinflüssen zu konfrontieren. Ein gesundes Misstrauen bzw. eine gewisse Reserviertheit allem Neuen und Unbekannten gegenüber ist gewünscht und im FCI-Standard unter „Wesen, Charakter, Verhalten“ festgeschrieben. Fehlende Sozialisierung hat allerdings bleibende Scheu und Schreckhaftigkeit zur Folge. Aggressiv gegenüber Menschen sind sie im Allgemeinen nicht. Nur bei der Begegnung mit anderen Hunden kann es u.U. zu Raufereien kommen.

Bei Hundehaltern ist dieser Hund beliebt wegen der Vorteile, die aus den besonderen Zuchtzielen resultieren. So sind seine Ausdauer, seine extreme Leistungsfähigkeit, sein Orientierungssinn und Fährtensicherheit bemerkenswert; er eignet sich daher als Begleithund zum Sport, Fahrradfahren, bei Eis und Schnee, sowie für viele Hundesportarten.

Verwendung

Eine Schutzdienstausbildung ist im allgemeinen nicht empfehlenswert. Das war auch ein wesentlicher Hauptgrund der Einstellung der ursprünglichen, staatlich geförderten Zucht in der ehemaligen ČSSR. Einzelne Hunde dieser Rasse sind dennoch für diese Ausbildung geeignet.

Trotz seiner vielfältigen Fähigkeiten erfordert der Hund einen erfahrenen Ausbilder, der sich in Wolfs- und Hundeverhalten auskennt, den Hund vielfältig fordern kann und Zeit sowie viel Einfühlungsvermögen mitbringt.

 

Dieser Text entstammt der deutschsprachigen Wikipedia unter http://de.wikipedia.org/wiki/Saarlooswolfhund und darf unter den dort vermerkten Lizenzbestimmungen weiterverwendet werden.

Vielen Dank an Wikipedia!

One Response to Der Tschechoslowakische Wolfhund

  1. familie Eckert says:

    hallo,erst einmal. wir mein mann und ich (kinder sind inzwischen aus dem haus) hatten bis anfang januar unsere schäferhündin stella in der Familie, leider mußten wir sie einschläfern lassen, sie wurde 10,5 jahre alt.sie war in den fast 30 jahren wo wir verheiratet sind unsere zweite schäferhündin nun möchten wir natürlich wieder einen hund in die familie vieleicht einen tschechoslowakischen wolfshund nun meine frage ist es richtig das er niemals alleine bleiben kann(zum beispiel nicht mal wenn ich zum einkaufen fahre)oder muß er in den zwinger unsere hunde waren immer mit im haus,muß das grundstück hoch eingezäunt werden? unsere hunde liefen frei auf ein uneingezäumtes grundstück, wurde ihnen schon als welpe beigebracht, sowie er muss auch mit in den urlaub(wohnwagen)es kommen natürlich auch mal nachbarn unangemeldet bleibt er da friedlich kann man ihn erziehen wie einen schäferhund?habe natürlich mehrere kommentare im internet gelesen bin nun total verunsichert deshalb meine fragen an ihnen wo sie mit den hunden leben vielleicht gibt es in SH eine familie mit dieser hunderasse vielen dank für ihre antwort liebe grüsse von Familie eckert

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